Beizjagd: Tradition, Kunst und Greifvögel entdecken

Die Beizjagd

Die Beizjagd ( mittelhochdeutsch = beißen lassen) ist eine eigenständige Jagd, die sich vom asiatischen Raum aus in alle Himmelsrichtungen ausgebreitet hat. Sie zieht seit Jahrtausenden Menschen aller Kulturkreise und Gesellschaftsschichten in ihren Bann. Sie ist uns aber in ihrer ursprünglichen Form bis heute erhalten geblieben.

Mit „wilden“ Greifvögeln nach alt hergebrachtem Handwerk auf frei lebendes Wild zu jagen, wird oft auch als „Kunst“ bezeichnet. Die Beizjagd ist ein harmonisches Zusammenspiel von Beizvogel, Falkner und Hund.

Im Gegensatz zum Jäger verzichtet der Falkner auf Schusswaffen. Er stellt naturgegebene Kräfte in seinen Dienst. Somit ist die Beize eine faire, humane und auch biologisch-ökologisch vertretbare Jagdart. Die Faszination liegt wohl auch darin, daß diese Jagdart eine Herausforderung ist und ganz besondere Werte von den Falknern erfordert. Diese heißen: Verantwortung, Disziplin, Ruhe, Geduld, Fairness, Leidenschaft und Liebe zu Tier und Natur.

Diese alten Werte sind in unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft leider oftmals keine Selbstverständlichkeit mehr.

Im Allgemeinen wird bei uns die Beizjagd auf Hase, Kaninchen, Rebhuhn, Fasan, Krähen und Tauben ausgeübt.

Die Beizvögel

Der Steinadler

Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitriadae)
Unterfam.: Aquilinae
Gattung: Echte Adler (Aquila)
Art: Steinadler
Wissensch. Name: Aquila chrysaetos
Größe (m/w): 80 – 90 cm / 90 -100cm
Spannweite (m/w): 190 -210 cm / 200 -230 cm
Gewicht (m/w): 2,8 – 4,6kg / 3,8 – 6,7 kg

Der Steinadler ist der größte Greifvogel, der zur Beizjagt eingesetzt wird. Man nennt ihn auch den „König der Lüfte“. Er beeindruckt durch Größe, Stärke, Kraft und Kühnheit. Der Falkner fliegt den Steinadler von der Faust auf Kaninchen, Hasen, Füchse und Rehe. Wenn man seinen Flug beobachtet, wirkt er sehr kraftvoll und eher gemächlich, was jedoch täuscht. Er kann sehr gut beschleunigen oder auch überraschend zustoßen.

Der Steinadler ist ein Vogel mit einem starken Charakter und er besitzt ein unglaubliches Gedächtnis. Von einem Falkner, der mit einem Steinadler beizt, wird hohes Verantwortungsbewusstsein und besonders viel Erfahrung im Umgang mit diesem verlangt.

Der Wanderfalke

Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Unterfam.: Eigentl. Falken (Falconidae)
Art: Wanderfalke
Wissensch. Name: Falco peregrinus
Größe (m/w): 38 – 45 cm / 46 -51cm
Spannweite (m/w): 80 -100 cm/105 -117 cm
Gewicht (m/w): 550 – 750 g / 740 – 1300 g

 

Stromlinienförmig, hartes Gefieder, ein rundlicher Kopf mit großen ausdrucksvollen, dunkelbraunen Augen, eine breite, stark bemuskelte Brust zeichnen den Wanderfalken als außergewöhnlichen Flugwildjäger aus.

Er kann direkt von der Faust des Falkners angreifen. Die hohe Kunst der Falknerei ist es jedoch ihn als sogenannten Anwarter jagen zu lassen. Über den Vorstehhund beizt man mit ihm Rebhühner, Fasane, Krähen und Tauben. Diese Jagd des Falken aus großer Höhe mit einer enormen Stoßgeschwindigkeit von über 350 km/h ist ein faszinierendes Jagderlebnis.

Der Rotschwanzbussard

Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitriadae)
Unterfam.: —
Gattung: Bussarde (Buteo)
Art: Rotschwanzbussard
Wissensch. Name: Buteo jamaicensis
Größe (m/w): 50 – 70 cm
Spannweite (m/w): 120 -150 cm
Gewicht (m/w): 900 – 1450 g

Der Rotschwanzbussard ist ein in Amerika weit verbreiteter und sehr anpassungsfähiger Brutvogel.

Er hat einen deutlich kräftigeren Körperbau und auch viel stärkere Fänge als der hier bekannte Mäusebussard. Damit ist er in der Lage auch größere und stärkere Beute zu schlagen.

Ideal für ihn ist die Beizjagd auf Hasen und Kaninchen. In der Fluggeschwindigkeit übertrifft er auch unseren Mäusebussard, aber trotzdem ist er nicht unbedingt geeignet schnelles Flugwild erfolgreich zu beizen.

Der Rotschwanzbussard hat im allgemeinen ein ruhiges und angenehmes Wesen. Hat er jedoch Beute geschlagen, braucht ein Falkner schon etwas Erfahrung im Umgang mit ihm.

Der Habicht

Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige  (Accipitridae)
Unterfam.:  —
Art: Habicht und Sperber (Accipiter)
Wissensch. Name: Accipiter gentilis
Größe (m/w): 50 – 56 cm / 58 -64 cm
Spannweite (m/w): 96 -105 cm / 108 -127 cm
Gewicht (m/w): 570 – 870 g / 880 – 1320 g

Der Habicht ist einer der am häufigsten zum Einsatz kommenden Beizvögel in ganz Europa. Er ist ein kompromissloser Draufgänger. Sein Beutespektrum reicht von Singvögeln, Tauben ,Krähen, Fasanen, Enten, Möven über Kaninchen bis hin zu Hasen. Im deckungsreichen Gelände und auch in offenen Landschaften kann er jagdlich eingesetzt werden. So versorgt er zuverlässig die Küche des Falkners mit Wild.

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